| Ausgabe: 04/2012 | E-Paper PDF Druckansicht
2 Hendrike Farenholtz, Kunsthandwerkerin/Möbelbauerin
„Ideen sofort testen!"
Meine Tischlerausbildung war ursprünglich als berufliche Zwischenstation geplant. Aber dann gefiel mir die Idee einer eigenen Werkstatt einfach zu gut: Konstruktionen und Ideen sofort testen zu können und am Objekt weiterzuentwickeln, Entwürfe selbst umzusetzen, das war verlockend. Ich konnte durch die eigene Werkstatt schnell von meiner Arbeit leben und bin nicht auf einen Produzenten für meine Entwürfe angewiesen. Mein Vertriebsweg spart den Händler, was die höheren Produktionskosten zumindest teilweise wieder ausgleicht.
Viele meiner Entwürfe entstehen als Auftragsarbeiten. In diesen Fällen sind vor dem Entwurf gründliche Gespräche mit dem Auftraggeber über die gewünschte Nutzungsqualität eines Stückes wichtig. Ab und zu entwickle ich auch ein neues Stück ohne Auftraggeber. Aber auch bei diesen freien Entwurfsarbeiten gefällt mir eine hohe Alltagstauglichkeit.
Ich sehe für mich sowohl in der europäischen als auch in der außereuropäischen Tradition und Geschichte einen riesigen Fundus, und oft gefallen mir dort die anonym entwickelten Alltagstypen besonders gut. Natürlich verfolge ich außerdem mit Spannung, was Künstler, Architekten, Handwerker und Designer aktuell zum Thema Möbel entwickeln.
Der Maschinenpark unserer Werkstatt ist ausschließlich auf Holzverarbeitung ausgelegt, und nur mit Holz habe ich inzwischen große Erfahrung. Dieser Beschränkung auf ein Material begegne ich, indem ich bei Entwurfsprojekten wie dem „Falttisch für die Fachhochschule Detmold" mit befreundeten Werkstätten zusammenarbeite. Momentan kooperiere ich auch mit indischen Tischlern für ein Projekt in Kerala. Handwerkliches Wissen geht weltweit stark zurück, insofern sind solche Zusammenschlüsse für beide Seiten eine Bereicherung.
Die sehr handwerksbetonte Arbeitsweise einer Kunsthandwerkerin hat sich für mich also als passend und überraschend tragfähig herausgestellt.
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Die Kunsthandwerkerin Hendrike Farenholtz, geboren 1956, studierte Ethnologie und Kunstgeschichte, bevor sie eine Tischlerlehre absolvierte und 1989 in Hamburg eine eigene Werkstatt gründete. Für ihre Möbel erhielt sie zahlreiche Preise.
Fotos: : Heiner Leiska |  |
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|  | Den Falttisch aus Edelstahl und Pertinax (Platte: 160 x 80 cm) entwickelte Hendrike Farenholtz für die FH Detmold. Die 170 cm hohe Eichenvitrine kann frei im Raum stehen und hat Türen auf zwei Seiten.Fotos: : Heiner Leiska
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