Über den Rietveld-Stuhl, den Compas-Tisch von Jean Prouvé oder den Legostein: Was im kommenden Monat sehenswert ist.
Montag, 11. März 2013
Bayerisches Fernsehen, 14.00 Uhr
Traumhäuser: Eine Wohn-Skulptur und ein Haus wie ein Schmetterling
Zwei Allgäuer Traumhäuser, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, werden vorgestellt. Das eine streng geometrisch mit spitzen und stumpfen Winkeln, vielen Einschnitten in den Baukörper und einer dominanten Diagonalen, die den Innenraum gliedert. Das andere weich, rund, dynamisch, mit fließend ineinander übergehenden Wohnbereichen und einem Grundriss mit vier Flügeln, der an einen Schmetterling erinnert. Die klar strukturierte „Wohnskulptur" steht in Börwang bei Kempten auf einem schmalen Grundstück mitten in einem Neubaugebiet. Das fast ätherisch wirkende „Haus wie ein Schmetterling" dagegen befindet sich in der freien Landschaft inmitten hügeliger Bergwiesen vor einer prächtigen Alpenkulisse. Die beiden ungewöhnlichen Projekte haben jedoch eines gemeinsam: Sie sind Stein gewordene Bauherrenträume.
Sonntag, 17. März 2013
ARTE, 5.25 Uhr
Design: Der Rietveld-Stuhl
Der im Jahr 1918 konzipierte Stuhl erhielt ab 1923 die Farben Rot und Blau. Mit dem puristischen Sitzmöbel veränderte der Niederländer Gerrit Rietveld grundlegend die Formensprache des Möbeldesigns und der Architektur, indem er die bildnerischen Grundsätze der von Piet Mondrian und Theo van Doesburg ins Leben gerufenen „De Stijl"-Bewegung in die Dreidimensionalität umsetzte. Rietveld fertigte den rot-blauen Stuhl aus Buchenholz zunächst in Grau und Schwarz an und strich ihn 1923 schließlich in den Primärfarben Gelb, Rot, Blau und der Nichtfarbe Schwarz, um seine Komposition zu betonen. Das Farbenspiel verstärkt den formalen Aspekt, unterstreicht die Unabhängigkeit der einzelnen Elemente des Stuhles voneinander und lenkt vom eigentlichen Material ab. Der englische Architekt und Autor St. John Wilson betonte den utopischen Aspekt von Rietvelds Arbeit und kam zu dem Schluss: „Rietveld hat einen Stuhl gebaut, der die Formensprache der Architektur für die nächsten 500 Jahre radikal verändern wird!"
Donnerstag, 21. März 2013
ARTE, 10.10 Uhr
Design: Der Compas-Tisch
Der 1948 entworfene und ab 1953 gefertigte Tisch „Compas" ist leicht und zugleich sehr robust. Charakteristisch für den kreativen Ansatz seines Schöpfers Jean Prouvé ist das Profilieren des Stahlblechs durch Falten und Schweißen. Der für zwei bis acht Stühle ausgelegte Tisch hat eine Standardhöhe von 72 Zentimetern und eine verstellbare Breite von 70 bis 90 Zentimetern. Der „Compas" existiert auch in Rund- und Klappausführung. Alle „Compas"-Tische haben dieselbe Grundstruktur. An den beiden Enden einer waagerecht verlaufenden Stahlröhre sind die dreieckigen Tischbeine aus geschweißtem, lackiertem Faltblech (Aluminium) angebracht – für den „Compas Arbeitstisch" gibt es eine Stahlröhrenvariante. Zwei dreieckige Blenden an den Tischenden verdecken das Befestigungssystem für die Tischbeine und dienen zugleich als Stützen für die Tischplatte. Seinen Namen verdankt der „Compas" seinen an die Zeiger eines Zirkels (auf Französisch „Compas") erinnernden Beinen. Der zeitlose Tisch ist längt zum Designklassiker geworden.
ARTE, 11.05 Uhr
Design: Das Velosolex
„Ein ruhiger Motor, damit man das Vogelzwitschern und die Geräusche der Natur hören kann, langsame 30 bis 35 Kilometer pro Stunde Höchstgeschwindigkeit, damit man die Landschaft genießen und ohne Lederkluft die frische Brise direkt auf der Haut spüren kann, Pedaltreten zur Unterstützung des Motors, damit man nicht steif wird." Das Lob des belgischen Schriftstellers Jacques Sternberg bestätigt das Sympathiekapital des legendären, ab 1946 produzierten französischen Mofas Velosolex. Maurice Goudard und Marcel Mennesson, die beiden Gründer der Firma Solex, hatten sich bereits seit 1916 mit der Konzeption eines Motorfahrrads beschäftigt. Das Urmodell kennzeichnet ein klappbar an der Gabel befestigter Zweitaktmotor über dem Vorderrad, das über eine Reibrolle angetrieben wird.
Sonntag, 24. März 2013
ARTE, 19.30 Uhr
Karambolage (3): Der Stil
Nicolas Cappan erklärt die französischen Möbelstile, heute vom 17. Jahrhundert bis hin zur Französischen Revolution.
Donnerstag, 28. März 2013
ARTE, 10.10 Uhr
Design: Der Lego-Stein
2009 wurde der Lego-Stein 50 Jahre alt und es gab Grund zum Feiern: Seit 1949 wurden 320 Milliarden Steine verkauft. Zu verdanken ist das revolutionäre und zeitlose Spielzeug dem Dänen Ole Kirk Christiansen. Er erfand die Kunststoff-Klötzchen, mit denen man durch ein geniales System aus Noppen und Vertiefungen so ziemlich alles bauen kann. Der Name Lego kommt vom Dänischen „Leg Godt", was so viel heißt wie „Spiel gut". Heute steht er für gelungenes Design, Langlebigkeit, Erfolg und grenzenlosen Einfallsreichtum.