| Ausgabe: 01/2013 | E-Paper PDF Druckansicht
Schwerpunkt_Evolution
Erneuerte Tradition
In vielen Städten wird der Nahverkehr ausgebaut, was neue Schienenfahrzeuge erfordert. Drei Städte setzen dabei auf eine Kontinuität der Designsprache: Stuttgart, Hamburg und Hannover. Wobei die einzelnen Konzepte kaum unterschiedlicher sein könnten.
Stadt- und Straßenbahnen gehören zu den langlebigsten Produkten überhaupt, Nutzungszeiten von 40 Jahren und mehr sind keine Seltenheit. Während das Interieur in dieser Zeit mehrmals erneuert wird, bleibt die äußere Erscheinung nahezu unverändert. Was aber, wenn neue Fahrzeuggenerationen notwendig werden, beispielsweise weil sich die Nachfrage erhöht und das Netz wächst? Dann können die alten Bahnen plötzlich alt aussehen – ein Effekt, der in
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Autor: Armin Scharf
| 4 Original Gardena System, Dieter Raffler, 1967
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 Vor 46 Jahren prägte Dieter Raffler die Gardena-Farbgebung mit dem Entwurf einer Schlauchkupplung. Genau wie die orangen Markierungen gehört die Kupplung bis heute fest zum Gardena-Programm.
Die Produkte von Gardena haben gleich mehrfach Designgeschichte geschrieben. Für eine Revolution im Garten sorgte der 1967 vorgestellte Gartenschlauchaufsatz „Original Gardena System", der sich über die Jahre zum Standard einer gesamten Branche entwickelte. Der Grund: Wurden Schläuche zuvor mithilfe von Klemmkupplungen verbunden, die nur mit zusätzlichem Werkzeug zu fixieren waren, genügt beim „Original Gardena System" eine einfache Handbewegung. Der Aufsatz wird nicht nur seit über 40 Jahren unverändert produziert, sondern seit dem Ablaufen der Patentrechte 1986 auch weltweit kopiert.
Stecksysteme kamen bereits bei Schnellkupplungen für Gasleitungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Einsatz. Die Innovation des Gardena-Systems bestand in einem sinnvollen Transfer: Der HfG-Ulm-Student Dieter Raffler schlug vor, anstelle von Metall Kunststoff zu verwenden. Er machte die Verbindungselemente dadurch nicht nur leichter, handlicher und kostengünstiger. Er legte auch den Grundstein für eine bis heute beibehaltene Designsprache, die entscheidend zum Erfolg des 1961 gegründeten Unternehmens beigetragen hat: Farbe.
Dafür holte sich Raffler seinen Kommilitonen Franco Clivio mit an Bord. Um das Billigimage von Kunststoff zu brechen, erklärten sie dessen Farbigkeit zur Qualität. Schalter, Schieberinge und Sicherungen färbten sie orange und erzeugten so einen klaren Kontrast gegenüber den Gardena-Hausfarben Türkis und Grau. Auch die übrigen Produkte, die seitdem auf den Markt kamen, folgen dem farblichen Dreiklang.
Trotz ihrer unterschiedlichen Anwendungsfelder von der Gartenbewässerung bis hin zur Rasenpflege sind die Gardena-Fabrikate klar als Produktfamilie zu erkennen. Vor allem in Baumärkten, wo Gartenprodukte fast ausnahmslos ohne Beratung verkauft werden, kommt ihr Systemgedanke zum Tragen. Und auch nach dem Ausscheiden von Raffler und Clivio behielt Gardena die Farbgebung bei. Sowohl der Mailänder Designer Aleksandar Tatic, der seit 2001 mehr als 200 Produkte für Gardena entwickelt hat, als auch das Designteam in der Zentrale der schwedischen Husqvarna Gruppe, die das Unternehmen 2007 übernahm, führen die Gestaltungssprache fort. Schließlich erklärt die Farbe nicht nur die Funktion der Produkte. Sie gibt ihnen eine Identität, die in den Köpfen hängen bleibt.
— Norman Kietzmann |
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