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Ausgabe: 01/2013 | E-Paper »  PDF »  Druckansicht »  

Schwerpunkt_Evolution

We – are – family!

Sie existieren 20, 40 oder auch über 60 Jahre: Produkte und Produktfamilien, die sorgfältig gepflegt und weiterentwickelt werden. Eine Arbeit, die einen Spagat zwischen Tradition und Innovation verlangt – nie modisch, aber immer zeitgemäß.

Vertrauen schenken wir Menschen, die wir kennen. Ebenso ist es bei Produkten und Marken: Das Bekannte erhält einen Vertrauensvorschuss und wird, auch für einen höheren Preis, gekauft. Der Begriff Produktfamilie kommt nicht von ungefähr – das vertrauensbildende Modell der Familie liegt dem Sortiment zugrunde. Dies gilt nicht nur für Fabrikate, die zeitgleich auf dem Markt sind, sondern auch für aufeinanderfolgende Produktgenerationen. Auch diese

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Autor: Nicolas Uphaus Illustration: Axel Pfaender




Ausgabe: 01/2013 | E-Paper »  PDF »  Druckansicht »  

Schwerpunkt_Evolution

Dauerläufer

Kaffee einschenken, Schläuche verbinden, Fotos machen, Texte schreiben – so verschieden diese Tätigkeiten sein mögen, eines vereint die folgenden Bestseller: Sie sind seit Jahrzehnten erfolgreich am Markt. Doch wer hat sie eigentlich ursprünglich gestaltet? Und wie konnten sie ihre herausragende Position halten? Wir haben uns vier Beispiele genauer angesehen.



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Ausgabe: 01/2013 | E-Paper »  PDF »  Druckansicht »  

Schwerpunkt_Evolution

Erneuerte Tradition

In vielen Städten wird der Nahverkehr ausgebaut, was neue Schienenfahrzeuge erfordert. Drei Städte setzen dabei auf eine Kontinuität der Designsprache: Stuttgart, Hamburg und Hannover. Wobei die einzelnen Konzepte kaum unterschiedlicher sein könnten.

Stadt- und Straßenbahnen gehören zu den langlebigsten Produkten überhaupt, Nutzungszeiten von 40 Jahren und mehr sind keine Seltenheit. Während das Interieur in dieser Zeit mehrmals erneuert wird, bleibt die äußere Erscheinung nahezu unverändert. Was aber, wenn neue Fahrzeuggenerationen notwendig werden, beispielsweise weil sich die Nachfrage erhöht und das Netz wächst? Dann können die alten Bahnen plötzlich alt aussehen – ein Effekt, der in

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Autor: Armin Scharf

Dreiklang
an der Rasenkante
4 Original Gardena System, Dieter Raffler, 1967

Vor 46 Jahren prägte Dieter Raffler die Gardena-Farbgebung mit dem Entwurf einer Schlauchkupplung. Genau wie die orangen Markierungen gehört die Kupplung bis heute fest zum Gardena-Programm.

Die Produkte von Gardena haben gleich mehrfach Designgeschichte geschrieben. Für eine Revolution im Garten sorgte der 1967 vorgestellte Gartenschlauchaufsatz „Original Gardena System", der sich über die Jahre zum Standard einer gesamten Branche entwickelte. Der Grund: Wurden Schläuche zuvor mithilfe von Klemmkupplungen verbunden, die nur mit zusätzlichem Werkzeug zu fixieren waren, genügt beim „Original Gardena System" eine einfache Handbewegung. Der Aufsatz wird nicht nur seit über 40 Jahren unverändert produziert, sondern seit dem Ablaufen der Patentrechte 1986 auch weltweit kopiert.

Stecksysteme kamen bereits bei Schnellkupplungen für Gasleitungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Einsatz. Die Innovation des Gardena-Systems bestand in einem sinnvollen Transfer: Der HfG-Ulm-Student Dieter Raffler schlug vor, anstelle von Metall Kunststoff zu verwenden. Er machte die Verbindungselemente dadurch nicht nur leichter, handlicher und kostengünstiger. Er legte auch den Grundstein für eine bis heute beibehaltene Designsprache, die entscheidend zum Erfolg des 1961 gegründeten Unternehmens beigetragen hat: Farbe.

Dafür holte sich Raffler seinen Kommilitonen Franco Clivio mit an Bord. Um das Billigimage von Kunststoff zu brechen, erklärten sie dessen Farbigkeit zur Qualität. Schalter, Schieberinge und Sicherungen färbten sie orange und erzeugten so einen klaren Kontrast gegenüber den Gardena-Hausfarben Türkis und Grau. Auch die übrigen Produkte, die seitdem auf den Markt kamen, folgen dem farblichen Dreiklang.

Trotz ihrer unterschiedlichen Anwendungsfelder von der Gartenbewässerung bis hin zur Rasenpflege sind die Gardena-Fabrikate klar als Produktfamilie zu erkennen. Vor allem in Baumärkten, wo Gartenprodukte fast ausnahmslos ohne Beratung verkauft werden, kommt ihr Systemgedanke zum Tragen. Und auch nach dem Ausscheiden von Raffler und Clivio behielt Gardena die Farbgebung bei. Sowohl der Mailänder Designer Aleksandar Tatic, der seit 2001 mehr als 200 Produkte für Gardena entwickelt hat, als auch das Designteam in der Zentrale der schwedischen Husqvarna Gruppe, die das Unternehmen 2007 übernahm, führen die Gestaltungssprache fort. Schließlich erklärt die Farbe nicht nur die Funktion der Produkte. Sie gibt ihnen eine Identität, die in den Köpfen hängen bleibt. — Norman Kietzmann
U-Bahn-Triebzug DT5, gestaltet von Tricon Design
U-Bahn-Triebzug DT5, gestaltet von Tricon Design



Ausgabe: 01/2013 | E-Paper »  PDF »  Druckansicht »  

Schwerpunkt_Evolution

Die siebte Dimension

Seit 39 Jahren ist der Golf als Erfolgsmodell auf den Straßen unterwegs. Anfang der 70er löste er den in die Jahre gekommenen Käfer ab und führte als markanter Kompakter zu einer Neuorientierung des Unternehmens Volkswagen.

Nur vier Jahre nach dem Vorgänger stand im vergangenen September der Golf 7 in den Startlöchern. Wie es Volkswagen seit dem ersten Modell gelingt, seine wichtigste Baureihe kontinuierlich voranzutreiben, verrät Chefdesigner Klaus Bischoff.

design report: Herr Bischoff, seit fast 40 Jahren wird der Golf evolutionär weiterentwickelt. Wie kam es dazu?

Klaus Bischoff: Der Golf war zunächst einmal eine Revolution. Er hat den Käfer

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Interview: Nicolas Uphaus





Ausgabe: 01/2013 | E-Paper »  PDF »  Druckansicht »  

Schwerpunkt_Evolution

Der System-Administrator

Mit modular aufgebauten Produkten wie dem Türkommunikationssystem „Vario" avancierte Siedle zum Branchenprimus. Das Erfolgsrezept erdachte der Designer Eberhard Meurer vor mehr als drei Jahrzehnten – und darauf wird bis heute aufgebaut.

Alles lief bestens bei Siedle, bis Mitte der 1970er Jahre einfach zu viel des Guten im Umlauf war. „Wir hatten klassische Fertigprodukte", erinnert sich Eberhard Meurer. „Türlautsprecher etwa gab es mit ein, zwei, drei oder vier Tasten, und die waren mittlerweile in vier Farben erhältlich. Der Elektrogroßhandel musste also unheimlich viele Stücke lagern, um alle Varianten vorzuhalten."

Was tun? Meurer, Jahrgang 1945, hatte sich bis dahin

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Autor: Klaus Meyer

Eberhard Meurer, Jahrgang 1945, schätzt formale Klarheit und einfache Bedienbarkeit. Seit den frühen 1980er Jahren prägt der Designer die Produkte und das Erscheinungsbild des Unternehmens Siedle.
Eberhard Meurer, Jahrgang 1945, schätzt formale Klarheit und einfache Bedienbarkeit. Seit den frühen 1980er Jahren prägt der Designer die Produkte und das Erscheinungsbild des Unternehmens Siedle.



Ausgabe: 06/2012 | E-Paper »  PDF »  Druckansicht »  

Schwerpunkt_Designbüros im Wandel

Entwerfen war gestern

Kaum eine andere Berufsgruppe gestaltet den Wandel unserer Umwelt so intensiv, wie es Designer tun. Doch nun muss sich die Branche selbst den Veränderungen stellen.

Gestaltung allein macht noch kein Design – das ist eigentlich nicht neu, denn Design, das sich ernst nimmt, dachte schon immer Konstruktion, Produktion, Werkstoffe und Kundenanforderungen mit. Künftig aber wird der Satz in dem Maße noch stärker an Bedeutung gewinnen, wie der Designer zum Prozess- und Innovationsmanager mutiert. Diese Häutung des Berufsbildes ist bereits in vollem Gange; je komplexer die Produktsysteme, desto mehr bewegt sich der

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Autor: Armin Scharf





Ausgabe: 06/2012 | E-Paper »  PDF »  Druckansicht »  

„Breiter aufstellen."

1 Silke Claus, Bayern Design

Die Designbranche steht in der Tat vor wichtigen Veränderungen, vor allem durch die sich globalisierende Kreativindustrie. Denn bald schon werden asiatische und auch südamerikanische Länder das Potenzial haben, weltmarktgerechte Gestaltungslösungen zu entwickeln – und damit treten die dortigen Designer in direkte Konkurrenz zu den etablierten Büros hier zu Lande. Folglich müssen die hiesigen Agenturen eine weitere Stärke des deutschen Designs

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Ausgabe: 06/2012 | E-Paper »  PDF »  Druckansicht »  

Schwerpunkt_Designbüros im Wandel

Kompetenzausbau

Auch in Zukunft wird der Designer entwerfen – aber nicht länger nur Produkte. Vielmehr wird er auch zum Prozessgestalter, Manager und Vordenker. Über die Veränderungen in der Designbranche sprach Armin Scharf mit vier Expertinnen.



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Ausgabe: 06/2012 | E-Paper »  PDF »  Druckansicht »  

„Nicht nur junge Designer fördern."

2 Susanne Lengyel, VDID

Ohne Design geht heute eigentlich nichts mehr. Zum einen ist Design ein Instrument, um sich als Unternehmen in den umkämpften Märkten zu positionieren, zum anderen hilft Design, mit dem immer komplexeren Alltag klarzukommen. Gerade die demografische Veränderung unserer Gesellschaft, die Forderung nach Nachhaltigkeit oder auch die Digitalisierung eröffnen für Unternehmen Chancen, innovative und bessere Produkte zu platzieren. Darum sind Designer

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Ausgabe: 06/2012 | E-Paper »  PDF »  Druckansicht »  

„Die Bedienoberfläche der Welt gestalten"

3 Cornelia Horsch, IDZ Berlin

Wir sollten in Zukunft noch klarer unterscheiden zwischen Gestaltung in seiner tradierten Bedeutung als Formgebung und der Innovationsgestaltung, bei der es primär um die Entwicklung von Prozessen und Strategien geht. Das Innovationspotenzial von Design liegt dabei vor allem in der Gestaltung der Schnittstellen zwischen Unternehmen, Nutzern und neuen Technologien. An diesen Schnittstellen entwickeln sich innovative Produkte und Dienstleistungen,

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Foto: Heike Steinweg
Foto: Heike Steinweg



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